Heimlich filmen in der Badi? GRÜNE/Junge Grüne fordern klare Regeln für Smart Glasses
Smart Glasses, die unbemerkt filmen, mitschneiden und Daten in die Cloud schicken, sind in Luzern Realität. Was technisch fasziniert, wird in der Badi und anderen öffentlichen Orten zum Problem. Ein heute eingereichtes Postulat fordert den Stadtrat zum Handeln auf.
Optisch kaum von normalen Brillen zu unterscheiden, verfügen Smart Glasses über Kameras, Mikrofone und KI-Funktionen. Oft landen die aufgenommenen Bilder und Töne in Echtzeit in der Cloud. Während beim Smartphone offensichtlich ist, wenn jemand filmt, ist es bei Smart Glasses von aussen nicht erkennbar. Betroffene haben keine Chance zu merken, wenn sie gefilmt werden. Smart Glasses sind eine starke Bedrohung für Persönlichkeitsrechte.
Das ist besonders heikel, wo Menschen leicht bekleidet sind: in städtischen Badis, der Ufschötti, der Lidowiese, der Wiese beim Richard-Wagner-Museum oder an der Reuss beim Nordpol. Weil Frauen von solchen heimlichen Aufnahmen besonders oft betroffen sind, hat das Thema auch eine klare sexistische Dimension.
Ein absolutes Verbot von Smart Glasses liegt nicht in der Macht der Stadt. Als Betreiberin von Badeanlagen und städtischen Gebäuden sowie als Veranstalterin von Events hat sie jedoch Handlungsspielräume. Dies soll der Stadtrat prüfen und rasch umsetzen.