Eine Senkung des Steuerfusses von 1.55 auf 1.45 klingt verlockend. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein Geschenk an die Bevölkerung. Bei genauerem Hinsehen ist sie jedoch ein politischer Schnellschuss. Eine Steuersenkung auf Vorrat schwächt die Stadtfinanzen, bevor wir wissen, welche Aufgaben in den kommenden Jahren sinnvoll und notwendig sind.

Unsere Stadt steht vor wichtigen Herausforderungen: funktionierende Schulen, eine lebendige Kultur, sichere Quartiere, attraktive Freizeit- und Bildungsangebote, eine nachhaltige Mobilität. All das macht Luzern lebens- und liebenswert. Wer den Steuerfuss senkt, bevor diese Aufgaben langfristig abgesichert sind, riskiert einen schleichenden Leistungsabbau, den am Ende vor allem Familien, ältere Menschen und Personen mit tieferen Einkommen spüren.

Bürgerliche Politik verkauft gern das Bild des schlanken (schwachen) Staates, der Effizienz verspricht. In der Realität führt das oft dazu, dass öffentliche Leistungen zurückgehen und private Akteure profitieren. In Luzern heisst das konkret: Eigentümer:innen von Liegenschaften lachen sich ins Fäustchen. Sinkende Steuern bedeuten im heutigen Markt keine tieferen Mieten, sondern mehr Spielraum für Renditen. Wer Ja sagt zur Steuersenkung, sagt faktisch Ja zu weiter steigenden Mieten. Das ist weder sozial noch wirtschaftlich nachhaltig.

Luzern soll eine Stadt sein, die Verantwortung übernimmt, statt kurzfristig zu pokern. Eine Stadt, die für alle Einwohner:innen sorgt, nicht nur für wenige Profiteur:innen. Deshalb braucht es jetzt ein klares Nein zur vorschnellen Steuersenkung. Eine zukunftsfähige Finanzpolitik stärkt unsere Lebensqualität und unser gemeinsames Fundament. So bleibt Luzern für alle lebenswert.